St. Georg-Apotheke
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Interessantes für Interessierte
Autor: Apotheker Stephan Kollmer 11/2005

Apotheker oder Apothekerin werden heutzutage sicher in erster Linie als Arzneimittelfachleute gesehen. Trotzdem ist gerade dieser Beruf eine Quelle vielschichtigen Wissens ganz unterschiedlicher naturwissenschaftlicher Bereiche.
Weil ich meine, dass Gesundheit und Wohlbefinden nicht ausschließlich mit der Einnahme von Arzneimitteln, sondern ganz sicher auch mit einer kreativen Lebensgestaltung zu tun hat, möchte ich hier unter der Überschrift "Interessantes für Interessierte" versuchen, eben solches zusammenzutragen und weiterzugeben.

Trotz sorgfältigster Recherche bitten ich um Verständnis, dass  für Richtigkeit, Erfolg, und sonstige Folgen aller hier aufgeführten Anregungen keinerlei Haftung übernommen werden kann.


Lieber "Slow-Food" als "Fast-Food"

Eine Folge der sog. Fast-Food-Gesellschaft ist sicherlich das Verschwinden traditioneller Herstellungsmethoden aus unserem Bewusstsein, was letztlich einen großen Verlust an Freiheit bedeutet. Mehr und mehr setzt sich eine Fremdbestimmung in Sachen Speiseplan durch. Normierungswut und Lebensmittellabore mit Arsenalen an Chemikalien sind zielstrebig damit beschäftigt, unsere Geschmacksknospen in Richtung Gewinnoptimierung einseitig zu manipulieren. Der natürliche Genuss bleibt dabei all zu oft auf der Strecke. Eine der wenigen Vereinigungen, die gegen diesen Strom schwimmen ist "Slow Food". Sie sei hier als meiner Meinung nach wirklich rühmliche Ausnahme erwähnt, die es zu unterstützen gilt.


Käse selber machen ist ganz einfach und schmeckt!

Wenn Sie sich vorstellen können, dass es interessant, kreativ und geschmacklich lohnenswert für sie ist, einen Käse einmal selber zu machen, lesen sie einfach weiter:


Um diesen Käse herzustellen brauchen Sie nicht viel:

Milch

Normale pasteurisierte Milch aus dem Laden.
Keine H-Milch und möglichst keine Magermilch!

Buttermilch
oder falls vorhanden
gefriergetrocknete
Milchsäurebakterienkultur

Buttermilch liefert die Milchsäurebakterien.
Damit eine ausreichende Menge vorhanden ist, werden etwa 10 Esslöffel Buttermilch pro Liter Milch zugesetzt.
Oder falls vorhanden eben eine gefriergetrocknete Milchsäurebakterienkultur nach beiliegender Gebrauchsanweisung.

Labessenz (gibt es in der Apotheke)

Labessenz dient zur Dicklegung der Milch.
2-3 Tropfen pro Liter Milch sind ausreichend.

Salz und nach Wunsch weitere Gewürze

Zum Würzen benötigt man Salz.
Paprika, Rosmarin, Thymian, Majoran, ect. können nach Wunsch und eigenem Geschmack den Frischkäse verfeinern.

 

Ansatz für 2 Liter Milch

Achtung: Hygienisch sauberes Arbeiten ergibt ein gutes Produkt!

Geben sie 2l Milch in einen Kochtopf und erhitzen sie diese auf ca. 36° C.

Nehmen sie den Topf vom Herd und setzen sie 20 Esslöffel Buttermilch zu. Alles gut verrühren. Lassen sie den Ansatz ca. 2 Stunden stehen, damit sich die Milchsäurebakterien vermehren können.

Geben sie nun 4 Tropfen Labessenz hinzu und verrühren sie diese sehr gut.

Ab jetzt den Ansatz nicht mehr bewegen, damit die Dicklegung der Milch ungestört ablaufen kann. Dies kann ca. 2-3 Stunden dauern (manchmal auch etwas länger).

Prüfen sie mit einem Messer, ob die Milch genügend dick ist.
Schneiden Sie hierzu leicht in die Oberfläche der Milch und fahren sie wie mit einem Tortenheber mit dem Messer unter diesen Schnitt. Nun heben sie ihn vorsichtig an. Wenn die Dickung ausreichend ist, bricht die Masse nach links und rechts vom Messer weg auf.

Schneiden sie nun mit einem langen Messer die dick gelegte Milch bis zum Grund des Topfes in ca. 2 cm breite Streifen. Mit einer Schaumkelle rühren sie sehr vorsichtig die geschnittenen Streifen von unten nach oben, so dass sie in grobe Stücke zerfallen.

Erhitzen sie jetzt den gesamten Ansatz nochmals auf ca. 38°C, damit die Molke austreten kann und sich als gelblich klare Flüssigkeit abscheidet.

Füllen sie anschließend den dick gelegten Anteil (Frischkäse) mit Hilfe eines Schaumlöffels in ein feinmaschiges Haushaltssieb (oder falls vorhanden in Käseformen aus gelochtem Kunststoff), so dass die Molke abtropfen kann und der Frischkäse übrig bleibt. Dies dauert  bis zu einigen Stunden. Sie können den Käse natürlich auch durch ein Leinentuch abpressen.

Füllen sie ihn dann in kleine Schüsselchen und geben sie Salz (immer oben auf den Käse streuen/durchziehen lassen) und Gewürze nach eigenem Geschmack hinzu.

Der Käse kann nun bereits genossen werden.

Zur Aufbewahrung stellen sie ihn in den Kühlschrank. Er hält sich dort problemlos mind. 1 Woche. In den ersten Tagen wird stets noch etwas Molke aus dem Käse austreten. Gießen sie diese einfach ab.

Viel Spaß

Fragen zu Bezugsquellen können sie via E-Mail gern an uns richten!


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